Asbest-Belastung, was tun?

Amiante

Es ist ein Risiko, über das wir nicht nachdenken, das aber eine Immobilienrechnung erheblich erhöhen kann. Asbest, ein Material mit bekanntermassen krebserregender Wirkung, wird in einer sehr grossen Zahl von Gebäuden gefunden, die vor dem 1. Januar 1991, dem Jahr des Verbots, errichtet wurden. Heute jedoch ist ihre Identifizierung oder gar ihre Beseitigung eine Voraussetzung für jede Renovierung oder Zerstörung. Cardis Sotheby's International Realty erklärt, was zu tun ist.

Die Asbestdiagnose

Zwei Kantone haben dieses Kriterium in ihren Gesetzen verankert: Genf (2009) und Waadt (2011). Gemeinden erteilen Baugenehmigungen nur dann, wenn sie von einem Experten über den Grad der Asbestgefährdung in dem betreffenden Objekt informiert werden. "Das gilt auch für den Innenausbau", sagt Marcus Rothenbühler, Makler bei Cardis Sotheby's International Realty. In den anderen Kantonen werden die Unternehmen nachdrücklich aufgefordert, dieses Risiko auszuschalten. Diese Untersuchung hat einen Namen: die Asbestdiagnose. Sie muss einem Experten oder einer zertifizierten Firma anvertraut werden. Sie führen Vermessungen in dem Teil des Gebäudes durch, in dem die Arbeiten durchgeführt werden sollen, und manchmal sogar auf dem gesamten Grundstück. Sie verfassen dann einen Bericht, in dem sie das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Asbest angeben und die zu ergreifenden Massnahmen empfehlen. Wenn Asbest vorhanden ist, muss der Eigentümer eine ordnungsgemässe Beseitigung durchführen, bevor er mit den anderen Arbeiten fortfahren kann. Dies erfordert den Einsatz spezialisierter Unternehmen, die die Räumlichkeiten vor speziell ausgerüsteten Arbeitern zur Entfernung des gefährlichen Materials eingrenzen müssen. In den extremsten Fällen, wie z.B. bei schweren Renovierungen der Fassade, muss das gesamte Gebäude eingeengt werden. Erst wenn dieser Schritt abgeschlossen ist, kann der Eigentümer mit den geplanten Arbeiten beginnen.

Beispiel:

Ein Vermieter will seine Badezimmer renovieren. Hier sind die zu unternehmenden Schritte:

  • Kostenvoranschlag
  • Anforderung einer Asbestdiagnose bei einem zertifizierten Experten.
  • Prüfung und Berichterstattung durch den Experten.
  • Der Bericht muss dem Antrag auf Baugenehmigung beigefügt werden (falls erforderlich).
  • Im Falle eines positiven Ergebnisses (Vorhandensein von Asbest im Arbeitsbereich) muss eine Asbestbeseitigung durchgeführt und das giftige Material auf speziellen Deponien entsorgt werden.
  • Sobald dieser Schritt abgeschlossen ist, kann die Arbeit beginnen!

Die Kosten 

Allein eine Diagnose kostet zwischen CHF 1'500 und CHF 3'000 für die Untersuchung eines Objekts in seiner Gesamtheit. Asbestsanierungsarbeiten sind offensichtlich viel teurer. Je komplexer die Arbeit, desto höher die Kosten. Die Kosten belaufen sich auf Zehntausende von Schweizer Franken in alltäglichen Situationen und bis zu CHF 100.000 für umfangreiche Arbeiten.

Die Fristen 

Eine einfache Diagnose kann in einem Tag plus ein paar Tage für die Erstellung des Berichts erstellt werden. Je grösser der zu untersuchende Bereich ist, desto länger dauert die Untersuchung. Asbestsanierungsarbeiten dauern einige Tage oder sogar mehrere Wochen, je nach Gewicht der durchzuführenden Arbeiten. Es ist daher besser, diese zusätzliche Zeit bei der Planung der Arbeiten der verschiedenen Gewerke einzubeziehen. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, die Kosten der Arbeiten zu begrenzen: Vermeiden Sie die Berührung der Asbestteile. Zum Beispiel: Legen Sie eine neue Fliesenschicht auf die alte. Der Asbest im Bindemittel der Altmaterialien wird also nicht berührt und stellt somit keine Gefahr dar.

Was passiert, wenn Sie verkaufen?

Die Asbestdiagnose ist nicht obligatorisch, wenn ein Objekt zum Verkauf angeboten wird. Aber es wird dringend empfohlen. "Es ist eine Frage der Transparenz für die Einkäufer", sagt Marcus Rothenbühler. Der Mangel an solcher Transparenz kann einen Verkauf scheitern lassen. Bei der Unterzeichnung der Urkunde muss der Notar eine Klausel über das Asbestrisiko im Haus erwähnen, ein Risiko, das vom Käufer getragen wird. Die Vorlage einer Asbestdiagnose, umso mehr, wenn die Immobilie Asbest enthält, ermöglicht es, die Situation im Voraus zu klären und das Risiko in den Endpreis zu integrieren. Es liegt daher im Interesse des Käufers, vor der Unterzeichnung die Vorlage eines Diagnoseberichts zu verlangen, um sich ein genaueres Bild vom Asbestrisiko und damit von den zusätzlichen Kosten zu machen, denen er ausgesetzt ist, wenn er Arbeiten durchführen will.

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